Barbara Borovnjak

Instrumentaler Gruppenunterricht

Eine systematische Untersuchung zur Erschließung der didaktischen Vermittlungsdimensionen

Seit dem ersten Aufkommen des instrumentalen Gruppenunterrichts (IGU) am Beginn des 19. Jahrhunderts spaltet er InstrumentalpädagogInnen in Gegner und Befürworter. Empirische Befunde zeigen, dass gegenwärtig auch die intraindividuelle Einstellung zum IGU ambivalent ist. Die Probleme liegen darin begründet, dass seine Ziele, Methoden und Inhalte nicht von jenen des Einzelunterrichts abgegrenzt sind – dadurch fehlt Orientierung in der Praxis.

Ziel dieser Dissertation ist es deshalb, die didaktische Struktur des IGUs transparent zu gestalten. Mit einem hermeneutisch-analytischen Forschungszugriff werden instrumentenübergreifend textbasierte Quellen aus der Instrumentalpädagogik hinterfragt und systematisiert. Als struktureller Rahmen dienen die  Vermittlungsdimensionen des IGUs: die fachlichen und allgemeinpädagogischen Ziele, die Lehr-/Lern-Methoden und Lernfelder. Ausgehend von diesem disziplinären Blickwinkel werden weiter auch interdisziplinäre Ansätze, hier vor allem psychologische und allgemeinpädagogische Erkenntnisse zum differenzierenden und kollaborativen Lernen und Lehren, berücksichtigt. Daraus soll ein Modell des IGUs entstehen, das erlaubt, die Diversität des instrumentalen Lernens und Lehrens in einer Gruppe in strukturierter Form sichtbar werden zu lassen. Auch Begriffe wie Individualität, Heterogenität, Vielfalt und Diversität werden in den Blick genommen.

Diese Arbeit kann didaktische Orientierung für die Instrumentalpädagogik ermöglichen, denn eine instrumentenübergreifende Systematisierung der didaktischen Ansätze zum IGU fehlt bisher im Fach.

 

Instrumental Group Tuition.

A Systematic Study Of Distinguished Learning And Teaching

Since its first appearance at the beginning of the 19th century, instrumental group tuition (IGT) has aroused pros and cons among instrumental teachers. Empiric research reveals that the intra-individual approach towards IGT is ambivalent too. As neither the aims, methods nor contents are clearly defined in IGT, it is not possible to clearly distinguish between IGT and individual training. Thus, there is a lack of orientation in the praxis of teaching.

This paper aims to reveal the didactic structure of IGT in a transparent way by utilizing the hermeneutic-analytic research approach. The dimensions of communication in instrumental lessons serve as a structural frame: the professional and general educational goals, teaching and learning methods, and learning fields. Starting from this disciplinary point of view, interdisciplinary approaches, particularly psychological and general pedagogical knowledge for differentiating and collaborative learning and teaching, are considered further. This should lead to a model of IGT that allows the representation of the diversity of instrumental learning and teaching in a group in a more structured way. Terms like individuality, heterogeneity, variety and diversity are being dealt with.


Since a systematization of didactic approaches to IGT has been missing in the field, this work may provide didactic orientation for Instrumental Pedagogy.