Workshop- und Vortragsbeschreibung

Freitag 22.4.2016; 13:00-14:00 Key Note

Ulrich MAHLERT - Vortrag

Herausforderungen im Berufsalltag von Instrumentallehrkräften – Perspektiven für pädagogische Selbstkonzepte

 

Im Zuge gesellschaftlicher Veränderungen sehen sich Instrumentallehrkräfte vor mancherlei neuen Aufgaben und beruflichen Herausforderungen. Mit welchen Personengruppen habe ich es als Lehrkraft zu tun? Was will ich für wen sein? Was sind meine Prioritäten? Wie verorte ich mich in meinem beruflichen Aufgabenfeld? Wie kann ich ein mir und meinen pädagogischen Partnern zuträgliches persönliches Selbstkonzept entwickeln? Die Beschäftigung mit solchen Fragen ermöglicht nützliche Klärungen.

 

 

Freitag 22.4.2016; 14:00-14:45

Silke KRUSE-WEBER - Vortrag

Perspektiven des Feedbacks. Plädoyer für ein konstruktiv(istisch)es Feedback

 

 

In diesem Vortrag werden ausgewählte psychologische, pädagogische und didaktische Perspektiven des Feedbacks diskutiert. Feedback zählt zu den wirkungsvollsten Interventionen von Lern- und Entwicklungsprozessen. Das Bewusstsein für die Bedingungsfaktoren und Wirkungsweisen von Feedback kann als Schlüssel für erfolgreiches Lehren und Lernen gesehen werden.

Eine konstruktiv(istisch)e Feedback-Kultur ermöglicht ein tieferes Verstehen von Lernen und Leistung. Lernende bzw. KünstlerInnen werden zudem motiviert, ihre Arbeit selbsttätig zu steuern und zu regulieren. Sie werden befähigt, sich mit ihr zu identifizieren und in Folge eigene Perspektiven zu entwickeln. Das Feedback-System des Critical Response Process von Liz Lermann kann hierfür Struktur und ein kreatives Werkzeug bieten.

Freitag, 22.4.2016; 15:15-16:45

Ursula SCHMIDT-LAUKAMP - Workshop 1

Mit anderen Ohren und Augen – Haltung in der Lehre. Oder ...   Was haben die Grundeinstellungen von Lehrenden mit der Zukunft von Lernenden zu tun?

 

Im Unterricht(sgespräch), in Prüfungen, Konferenzen, im Flurgespräch...immer spielen  Einstellungen, innere Haltungen aller Beteiligten eine Rolle.

Der Workshop bietet Möglichkeiten, den Begriff "Haltung" näher zu erkunden und in den Austausch zu treten über die individuelle Bedeutung von Einstellungen in der eigenen Praxis, sei es als lehrende oder als lernende Person.

Methodische Elemente des Workshops bestehen aus theoretischen Inputs, Reflexionen und praxisbezogenen Übungen.

ODER

Renate AUGUSTA - Workshop 2

Auch die Pausen gehören zur Musik - Burnoutprävention und Zeitmanagement

 

Burnout scheint der Preis für stetig ansteigendes Lebenstempo zu sein. Der Körper und die Seele reagieren auf konstante und nicht zu bewältigende Anforderungen mit Erschöpfung und Verzweiflung. Eigentlich ist es ein vitaler Versuch eine verloren gegangene Balance aus Anspannung und Entspannung wieder herzustellen.

In diesem Workshop werden die Ursachen und Verlaufsmuster von Burnout vorgestellt und Möglichkeiten der Prävention und Gegensteuerung aufgezeigt.

Inhalte

Ursachen für Burnout im persönlichen, beruflichen und gesellschaftlichen Bereich

Burnout-Prävention und Wege aus dem Burnout

Achtsamer Umgang mit sich selbst

Das Balance-Modell (Gesundheit – Leistung – Kontakt –Sinn)

Methoden des Zeitmanagements

Ziele

Grundlagenwissen zur Burnout-Prävention

Bewusster Umgang mit Zeit

Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten in der persönlichen Lebensgestaltung

Freitag, 22.4.2016; 17:15-18:45

Sara HUBRICH - Workshop 3

Interkulturelle Kompetenz im Instrumentalunterricht

 

Musikschulen als Orte der Bildung und Begegnung können durch das Entwickeln von Hörgewohnheiten, Pflege einer Vielzahl von Musikkulturen und Stiftung von Identität den Weg zur Aneignung interkultureller Kompetenzen ebnen. Zu den dabei erforderlichen Integrationsleistungen werden wir unter anderem befähigt, wenn wir in der Lage sind, verschiedene Blickwinkel auf unser Tun und unsere Kunstwerke einzunehmen. Was kann der Instrumentalunterricht dazu beitragen? Welche Wege tun sich auf bei der gemeinsamen Arbeit zwischen Fähigkeitserwerb, Identitätsbildung, kultureller Erfahrung und Bildung?

Dieser Workshop offeriert Herangehensweisen und Strategien zur Förderung von Integrationsleistungen und den vielfältigen Facetten, die multi-perspektivische Denken und Handeln konkretisieren und ermöglichen.  

ODER

Dieter FAHRNER - Workshop 4

Begeisternd und kompetent unterrichten – die kollegiale Entwicklung von Unterrichtsqualität

 

Zu den obersten Zielen guten Unterrichts zählen gelingendes, lustvolles Lernen der SchülerInnen und höchstmögliche Bildungswirksamkeit. Hierauf hat das Handeln der Lehrpersonen entscheidenden Einfluss. Um ihrer schönen, aber auch großen Verantwortung gerecht zu werden, zeigt sich die zukunftsfähige Lehrperson gegenüber neuen Herausforderungen - wie z.B. Groß-Gruppenunterricht in Grundschulen - stets aufgeschlossen. In Dieter Fahrners Workshop werden die Hauptfaktoren guten Unterrichts vorgestellt, das Hospitieren von Unterricht erprobt und praktische Anregungen vermittelt, z. B. hinsichtlich der Frage: Wie erarbeitet man gemeinsam mit KollegInnen Leitbilder, anhand derer jede Lehrperson ihr Handlungsrepertoire erweitern kann?

 

 

Samstag, 23.4.2016; 9:30-11:00

Thomas GROSSE - Vortrag 9:30-10:15

Heterogenität 2.0: Chancen des Instrumentalen Partner- und Gruppenunterrichts  zwischen Meisterlehre und Community Music

 

Ausgehend von Überlegungen zu Meisterlehre und Instrumentalem Gruppenunterricht steht die zunehmende Heterogenität von Unterrichtsgruppen im Fokus des Vortrags. Durch gesellschaftliche und politische Veränderungen bestimmter Arbeitsbereiche befindet sich die Instrumentalpädagogik in einem starken Wandel. In sich ändernden Rahmenbedingungen sollen Lehrkräfte erfolgreich Instrumentalunterricht erteilen, sie geraten dabei nicht selten aufgrund eigener und fremder Erwartungshaltungen unter Druck. Mit Blick auf andere Arbeitsfelder, die sich ebenfalls mit musikalischer Praxis auseinandersetzen – beispielsweise der Sozialen Arbeit oder der Community Music – wird der Versuch einer Standortbestimmung vorgenommen. Diese soll als Basis für weiterführende Überlegungen und Diskussionen dienen.

Cristina MARIN-OLLER - Vortrag 10:15-11:00

Selbstständig und effektiv lernen. Förderung von Selbstregulation im Instrumental- und Gesangsunterricht

Jeder Instrumental- und Gesangslehrperson liegt es am Herzen, dass ihre SchülerInnen Selbstständigkeit beim Üben aufweisen. Zielsetzung, strategische Planung und Selbstbeurteilung sind einige der Prozesse des sogenannten selbstregulierten Lernens, die wesentlich zu dieser Selbstständigkeit beitragen. Die Entwicklung des selbstregulierten Lernens wirkt sich direkt auf die Übe-Motivation und letztendlich auf den Verbleib der SchülerInnen im Instrumental- oder Gesangsunterricht aus. Wie funktioniert der Prozess des selbstregulierten Lernens? Aus welchen Phasen besteht er? Wie können Instrumental- und Gesangslehrkräfte diese Fähigkeit in ihren SchülerInnen fördern? Im hier vorgestellten Vortrag werden wir uns anhand von videografierten Unterrichts- und Übestunden mit verschiedenen Aspekten des selbstregulierten Lernens auseinandersetzen.

ODER

Jörg ZWICKER - Workshop 5   9:30-11:00

Konfliktpotentiale im Kulturbetrieb – Besserer Umgang durch Kommunikationsmodelle

 

Künstler sind stetigem Druck von Außen und Innen ausgesetzt: der Markt ist gesättigt, die Arbeitsbedingungen werden zunehmen schwieriger, die Bezahlung ist schlecht, die Verträge unsicher. Der eigene Drang zum Perfektionismus, Hierarchien in den Institutionen, überhöhte Erwartungen von Eltern, gedrängte Zeitpläne usw. tun ihr Übriges, um seinem Umfeld mit Mißtrauen, Gereiztheit, Stress oder Anspannung zu begegnen.  Es bedarf oft nur eines kleinen Anstoßes zur falschen Zeit - und ein Konflikt bricht aus. 

Was sind Konflikte, wie entstehen sie und wie kann man mit ihnen umgehen? Macht es überhaupt Sinn, sie zu vermeiden, oder bergen sie auch eine große Ressource und Chance zur positiven Veränderung? Damit werden wir uns in diesem Workshop auseinandersetzen.

 

 

Samstag, 23.4.2016; 11:30-13:00

Sara HUBRICH - Workshop 6

Getting it across: Bühnenpräsenz für InstrumentalmusikerInnen und Instrumentalpädagogen

 

Wie wird eine beim Üben entwickelte Interpretation zu einem erlebnisreichen Konzert, das Spielende und Hörende gleichermassen erreicht und erfüllt? Neben mentaler Vorbereitung, können Musiker sich körperlich auf die Auftrittsgelegenheit vorbereiten, was sie dazu befähigen kann, verschiedene Körperspannungen bewusst und gezielt herbeizuführen. Dies kann nicht nur bei der Bewältigung von technischen Herausforderungen unterstützend wirken und körperlichen Beschwerden vorbeugen. Es ist auch denkbar, sie gestalterisch und performativ einzusetzen. Dieser Workshop bietet neben kurzen theoretischen Einblicken hauptsächlich praktische Einführungen und Übungen zur Unterstützung der eigenen Auftrittspraxis und Strategien zur Vermittlung von Präsenzstrategien im Instrumentalunterricht.

 

ODER

Shirley DAY-SALMON - Workshop 7

Inklusives Musizieren - Möglichkeiten für Menschen mit unterschiedlichen Begabungen und Behinderungen

 

Das Musizieren mit Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Erfahrungen, Bedürfnissen und Behinderungen kann nur gelingen, wenn jede Person sich mit ihren individuellen Fähigkeiten einbringen kann. Durch 'Individualisierung' (Aufgaben unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade) kann jede Person mit seinem individuallen Lerntempo und Lernstil die Möglichkeit bekommen, auf eigenem Niveau innerhalb der Gruppengestaltung mitmachen und lernen zu können. Die verschiedenen Aufgaben/Stimmen werden in die Spielform (Lied, Musikstück, Improvisation, Spiel  etc.) eingebaut bzw. mit den Gruppen entwickelt. Im Workshop werden praktische Beispiele mit den TeilnehmerInnen gespielt und besprochen und die Prinzipien des inklusiven Musizierens erläutert.

 

Samstag, 23.4.2016; 14:30-16:00

Manfred GREVING - Workshop 8

„JEsI“ - Jedem Erwachsenen sein Instrument Ensemblespiel von Anfang an und in beliebigen Besetzungen

 

Der Wunsch, gemeinsam mit anderen zu musizieren, ist für viele Instrumentalschüler eine wichtige Motivation zum Erlernen eines Musikinstrumentes.

Aber immer noch ist es gängige Praxis, dem ersten Ensemblespiel einige Jahre Instrumentalunterricht vorzuschalten.
Das hier vorgestellte Unterrichtsmodell „JEsI“ kombiniert den Instrumentalunterricht von Erwachsenen von Anfang an mit einem Ensembleunterricht in beliebigen Besetzungen. Damit entspricht es nicht nur den Wünschen vieler Instrumentalschüler, sondern schafft - neben einem zusätzlichen Lern- und Übungsfeld - auch Raum für soziale Kontakte und musikalische Erlebnisse, die der instrumentale Fachunterricht alleine nicht bieten kann.

ODER

Christiane SPRUNG-ZARFL - Workshop 9

Auffällig, originell oder kreativ?  – Schwieriges Verhalten: Ursachen, Hintergründe und Konsequenzen für den Unterricht

 

Der Fokus des Workshops soll auf den sogenannten externalisierenden Verhaltensschwierigkeiten liegen:

In einem theoretischen Input werden einleitend die Hintergründe für Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme, Hyperaktivität und Störverhalten, aber auch für Aggressivität und Verweigerungsverhalten nach den aktuellen Erkenntnissen der Bindungsforschung beleuchtet. In Gruppenarbeiten sollen dann -daraus abgeleitet- Maßnahmen für die Unterrichtsgestaltung aber auch für die Beziehungsgestaltung erarbeitet und präsentiert sowie gemeinsam reflektiert werden.

Ziel ist es, auffälliges Verhalten besser verstehen zu können und damit einen besseren Zugang zu diesen Kindern zu finden.

Für individuelle Fragestellungen und Anliegen gibt es anschließend die Möglichkeit ein kurzes Einzelcoaching in Anspruch zu nehmen.

 

 

Samstag, 23.4.2016; 16:30-17:15

Frauke SCHACHT - Vortrag

Was Inklusion (nicht) ist!  Eine erziehungswissenschaftliche Perspektive auf ein „Modewort“

 

Inzwischen ist der Begriff der Inklusion im Kontext der Themenfelder rund um Bildung und Erziehung nahezu allgegenwärtig. Aber was genau bedeutet Inklusion? Und wo liegt der Unterschied zum Begriff der Integration?


Innerhalb pädagogischer und politischer Diskurse scheint der Inklusionsbegriff als Sammelbecken für diverse Konzept und Ansätze mit höchst unterschiedlichen Forderungen und Zielen zu fungieren. Der Unbestimmtheit des Inklusionsbegriffes einerseits setzt sich auf der anderen Seite eine Verengung der Debatte auf den Behindertenbereich durch. Im Zuge des Vortrages soll in einer kritischen Auseinandersetzung ein Inklusionsbegriff herausgearbeitet werden, der für die Anerkennung von Vielfalt eintritt und sich damit gegen die Kategorisierung  von Individuen richtet. Denn nicht überall wo Inklusion draufsteht ist auch Inklusion drinnen.

 

 

Samstag, 23.4.2016; 17:15-18:00

Günter MEINHART - Vortrag

Die STUDIO PERCUSSION school oder Was eine Schlagzeugschule mit Ribiselmarmelade zu tun hat

 

Meine 3 Töchter und ich haben heuer Ende Juli in einer gemeinsamen, mehrtägigen Aktion, für meine Schwiegermutter ca. 40 Gläser Ribiselmarmelade verarbeitet. Wir sind zum gemeinsamen Schluss gekommen: selbstgemachte Marmelade ist von hoher Qualität, kann sich wirtschaftlich aber nie rechnen kann.

Und jetzt erhebt sich bei mir die Frage: Hätte ich die STUDIO PERCUSSION school auch ins Leben gerufen, wenn ich im Sommer 1993 Ribisel zu Marmelade verarbeitet hätte?