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Symposium des Fachbereiches Instrumental(Gesangs)pädagogik

28. und 29. November 2014
an der Kunstuniversität Graz
Leonhardstr.82-84, 8010 Graz, Reiterkaserne, EG.10

Wissenschaft in der Musikpädagogik...wozu?

Die Disziplin Musikpädagogik ist eine Wissenschaft ohne lange Tradition. Die wissenschaftliche Akzeptanz des Faches ist noch defizitär, welches zum Teil darin begründet ist, dass die Musikpädagogik erst seit den 70er Jahren bestrebt ist, sich von der Musikwissenschaft zu lösen und sich eigenständig als wissenschaftliche Disziplin zu etablieren und zu professionalisieren. Von nahestehenden Disziplinen wie Musikwissenschaft und Musikpsychologie wird die Musikpädagogik bzw. Instrumental(Gesangs)pädagogik (IGP) als eigenständige Wissenschaft mehr oder weniger kritisch gesehen.

Ein weiteres Problem der wissenschaftlichen Musikpädagogik liegt darin begründet, dass unzureichende Klarheit über die Forschungsmethoden im Fach besteht, unklare bzw. differierende Vorstellungen zur Strukturierung des Faches in seine Teilbereiche bestehen und vor allem Begrifflichkeiten im Fach nicht trennscharf verwendet werden. Beispielhaft ist der fehlende begriffliche Konsens für den Begriff von Wissenschaft. Eine fehlende Abgrenzung der Theorieebenen im Fach Musikpädagogik spiegelt sich auch in der MusiklehrerInnenausbildung. Es herrscht mitunter noch wenig Bewusstsein dafür, dass vor allem Grundlagenforschung in der Musikpädagogik einen nachhaltigen Einfluss auf die Weiterentwicklung des Faches haben kann.

Instrumental(Gesangs)pädagogik (IGP) ist ein Teilbereich der Musikpädagogik und hat ebenso wenig Anschluss in der scientific community. Erst seit den 90er Jahren werden wissenschaftliche Professuren an den Musikhochschulen bzw. Musikuniversitäten im Fachbereich Musikpädagogik und IGP eingerichtet.

IGP stellt in der wissenschaftlichen Musikpädagogik zudem einen Sonderfall dar. Auf wissenschaftlichen Kongressen und Tagungen, wie z.B. des Arbeitskreises Musikpädagogische Forschung (AMPF), sind ForscherInnen der IGP (als ein Teil der außerschulischen Musikpädagogik) eher marginal oder gar nicht vertreten; die musikpädagogische Fachdiskussion wird durch die schulische Musikpädagogik dominiert. Es besteht eine hohe Relevanz, den wissenschaftlichen Nachwuchs im Fach zu fördern.

Aus diesem Grund möchte sich der Fachbereich IGP der KUG mit dem Symposium „Wissenschaft in der Musikpädagogik … wozu?“ dieser Problematik durch vielfältige Formen fachlichen Austausches (Vorträge, Diskussionen, Arbeitsgruppen, Round Table) mit FachvertreterInnen, welche ähnliche Frage- und Problemstellungen untersuchen, stellen. Ein besonderer Schwerpunkt wird am zweiten Tag des Symposiums (29.11.2014) auf die NachwuchswissenschaftlerInnen gelegt.

Zielgruppe des Symposiums sind Kolleginnen und Kollegen aus der Musikpädagogik, DoktorandInnen, Instrumental- und GesangspädagogInnen sowie interessierte KollegInnen und Studierende.

ExpertInnen:

  • Prof. Dr. Martina BENZ (Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende KunstMannheim)
  • Prof. Dr. Bernd CLAUSEN (Hochschule für Musik Würzburg)
  • Prof. Dr. Alexander CVETKO (Staatliche Hochschule für Musik Trossingen)
  • Prof. Dr. Stefan HÖRMANN (Otto-Friedrich-Universität Bamberg)
  • Prof. Dr. Silke KRUSE-WEBER (Kunstuniversität Graz)
  • Dr. Eva MEIDEL (Otto-Friedrich-Universität Bamberg)

 

Für die Moderation des Roundtables: Prof. Dr. Gerd GRUPE (Kunstuniversität Graz): Institut für Ethnomusikologie und Leiter der wissenschaftliche Doktoratschule