SS 2018

Evelyn Eibisberger

Die Rolle der Eltern im Instrumental- und Gesangsunterricht

Praktizierende Pädagog/innen und Forscher/innen sind sich einig, dass Eltern wichtige Partner für das Instrumental- und Gesangslernen ihrer Kinder sind. Elternarbeit ist ein Übergriff und inkludiert alle Bemühungen von Eltern ihre Kinder zu unterstützen. Zentrale Aspekte sind Üben, Motivation und Kommunikation. Diese Masterarbeit hat die Rolle der Eltern an ausgewählten steirischen Musikschulen empirisch hinterfragt. Durch einen Online-Fragebogen wurde ermittelt, ob und wie elterliche Unterstützung stattfindet und ob die Lehrperson die Eltern aktiv zur Unterstützung einbindet. Zudem wurde nach Kommunikationsmitteln, -wegen und Gesprächsinhalten gefragt. Zu Beginn wurde der Forschungsstand ermittelt und zusammengefasst. Der empirische Teil enthält die Ergebnisse aus dem Fragebogen, wie die Kommunikation zwischen Eltern und Lehrperson, zur Motivation ein Instrument zu lernen, Gesprächsinhalten, Vermittlung von Aufgabenstellungen, häuslichen Übesituationen und der Teilnahme der Eltern an Veranstaltungen. Die Kommunikation über das persönliche Gespräch wird am Häufigsten genutzt und die meisten Informationen werden aufgrund von Terminvereinbarungen ausgetauscht. Im häuslichen Bereich waren Eltern mit der Übemotivation ihrer Kinder eher zufrieden, wobei in den Anmerkungen der Eltern die Motivation der Kinder in Bezug auf das Üben häufiger genannt wurde. Der Überwiegende Teil der Eltern hatte keine Anmerkungen zum Thema Üben ihres Kindes. Implikationen für den Ausbau einer sogenannten Elternpädagogik bestehen darin, den Informationsaustausch in Form von Elternabenden oder Informationsveranstaltungen zu intensivieren. 

(Graz, September 2018)

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Alexander Landreiter-Knauss

Der Musiktheorieunterricht an den kommunalen Musikschulen der Steiermark

Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit der musiktheoretischen Ausbildung an den kommunalen Musikschulen der Steiermark. Neben einer terminologischen Aufarbeitung der Begriffe „Musiktheorie", Musiklehre" und „Musikkunde", sowie einem kurzen Einblick in die Rolle der Gehörbildung, werden die Organisationsformen von Musikschulen in Österreich kurz erörtert. Die beiden im deutschsprachigen Raum existierenden Lehrpläne des Verbands deutscher Musikschulen (VdM) und der Konferenz der österreichischen Musikschulwerke (KOMU) werden im Hinblick auf Lehr- bzw. Lerninhalt der Musiktheorie betrachtet und verglichen. Um Aufschluss über die Situation des Musiktheorieunterrichts an den kommunalen Musikschulen der Steiermark zu erhalten, werden sämtliche Daten aus dem elektronischen Datenerfassungssystem (MsDat) der Musikschulen und jene von den musiktheoretischen Zulassungsprüfungen der österreichischen Studienanwärterlnnnen an die Kunstuniversität Graz über einen Beobachtungszeitraum von drei Jahren ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass ein Defizit in den Bereichen Gehörbildung und Blattsingen besteht und insgesamt nur 48% der österreichischen Bewerberinnen den theoretischen Teil der Zulassungsprüfung positiv absolvieren und zum praktischen Aufnahmetest zugelassen werden. Resultierend aus dieser Erkenntnis stellt sich die Frage, inwiefern kommunale Musikschulen der Steiermark auferlegte Bildungsziele in Zusammenhang mit der musiktheoretischen Ausbildung in seiner derzeitigen Konzeption erreichen.

(Graz, September 2018)

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Anja Mörk

Liz Lerman's "Critical Response Process" in der Hochschuldidaktik. Reflexion im Studiengang der Instrumental- und Gesangspädagogik an der Kunstuniversität Graz

Reflexion wird in der Professionalisierung der Lehrerlnnenbildung als Schlüsselkompetenz für guten Unterricht gesehen. Herausforderung der Universitäten ist es, die Studierenden zu selbstreflexivem und kritischem Denken anzuregen und das Erlernen dieser Fähigkeiten sinnvoll in einen Lehrplan einzubinden. In dieser Arbeit werden verschiedene Herangehensweisen an Reflexion in der Lehre theoretisch dargestellt und Möglichkeiten von Unterrichtsnachbesprechung skizziert. Untersucht wurde anhand von Leitfadeninterviews mit Lehrenden des Studiengangs Instrumental- und Gesangspädagogik der Kunstuniversität Graz, wie das Feedbackschema „The Critical Response Process" (CRP) von Liz Lerman Reflexionsphasen im dortigen Studium umgesetzt wird und inwiefern Auswirkungen auf die Lehre beobachtet werden können. Die Befragungen mit Lehrpersonen machen unterschiedliche Setting von Reflexion sichtbar. Alle Befragten halten den CRP für einen geeigneten Leitfaden um Feedback mit Reflexion zu verbinden und die Kommunikation im Unterricht zu verbessern. Außerdem trägt der CRP zur Berufszufriedenheit der Lehrkräfte bei. Herausforderungen bei der Umsetzung hängen vor allem mit strukturellen Faktoren und mit verfestigten Rollenbildcm eines hierarchischen Schüler-Lehrer-Verhältnisses zusammen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Implementierung von CRP in der Hochschullehre von Nutzen ist. Da für diese Thesis nur Lehrende befragt werden konnten wäre die Studierendensicht zum Thema Fokus weiterer Forschung.

(Graz, Oktober 2018)